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Mittwoch, 25. August 2010

Bericht August 2010


Liebe Freunde, liebe Geschwister!

Seit Anfang August sind wir wieder zurück aus Kenia und es gibt viel zu berichten.
Deshalb eine kurze Zusammenfassung dreier arbeitsamer und sehr erfolgreicher Wochen.

Das Wichtigste zuerst: wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten.
So wie schon in den vergangenen Monaten "passierten" einfach unglaubliche Dinge, dazu in einer Geschwindigkeit, wie sie in Kenia wohl kaum sehr oft anzutreffen ist.
Sofort nach unserer Ankunft am Samstag besichtigten wir das Land, welches für unsere neue Schule in Frage kam. Es ist ein wunderschönes Grundstück, gut 10 000 m2, ein kleines tropisches Paradies nur ein Stück abseits vom Lärm und den Problemen Mtwapas.
Von der Hauptstraße ist es knapp 3 km entfernt.
Bereits am Montag konnten wir den Kaufvertrag unterschreiben, da die Papiere in Ordnung waren und der Anwalt die Dokumente alle vorbereitet hatte. Unser Freund Kaka hatte während vieler Tage alle Vorbereitungen getroffen, Dokumente besorgt und viele, viele Kilometer im Auto verbracht.
Er akzeptierte nicht einmal Benzingeld für all seine Bemühungen.
Wir brauchten eine kenianische Steuernummer, die wir aber nach ein paar anfänglichen Schwierigkeiten und einem Ansuchen in Nairobi bekamen - Kaka führte uns von einer Behörde zur anderen - , ein Bankkonto musste eröffnet werden - Kaka bürgte für uns - , das Land wurde neu vermessen (was glaubt ihr, wer organisierte und brachte den Landvermesser?) - die Grundgrenzen wurden als in Ordnung gefunden - wir suchten die Bezirksschulbehörde auf, ebenso den Village Chief, der uns ein Empfehlungsschreiben schrieb (das allerwichtigste Dokument, denn gegen das Wort des Chiefs wird niemand handeln).
Sofort wurde mit dem Brunnenbau begonnen - bei unserer Abreise war er bereits 10 m tief. Das Land wurde eingezäunt, die Pläne für die Lage der Klassenzimmer mussten etwas revidiert werden, denn am Grundstück sind viele Bäume, die wir gerne erhalten wollen.
Kranke Bäume und solche, die im Weg sind, wurden markiert - für die Fällung muss für jeden Baum neu angesucht (und bezahlt!) werden. Aus diesen Kokospalmen wird Holz für die Dachkonstruktion geschnitten.
Unsere Pläne, die wir von zuhause mitgebracht hatten, gingen an einen kenianischen Ingenieur, der sie den kenianischen Bauregelungen entsprechend gestaltete und an das Bauamt weitergab. Nun warten wir auf die Baugenehmigung und den Segen der Umweltbehörde - Kaka wird diese entgegennehmen.
Die Grabung für den septischen Tank für die Toilettanlage wird noch diese Woche begonnen - wir lernten ein englisches Ehepaar kennen, das nur wenige Minuten von dem neuen Land entfernt wohnt (und der Mann ist Baumeister!)
Sie werden für uns auf der Baustelle hin und wieder nach dem Rechten sehen und unseren "Bauboys" mit Ratschlägen zur Seite stehen.
An Samstagen organisieren sie Spielgruppen für die Kinder der umliegenden Dörfer, weiters besuchen sie Schulen und hilfsbedürftige Familien. Ein Zufall, dass wir sie getroffen haben???
Gleich neben dem Schulland ist ein Dorf bestehend aus Lehmhütten und ein Großteil der Bewohner sind Kinder, die bis jetzt entweder noch gar keine oder nur eine sehr schlechte Schulbildung bekommen haben. Sie freuen sich schon auf die Schule, die im Jänner starten soll. (Keines dieser Kinder kann auch nur einen kleinen Beitrag für die Finanzierung des Schulbetriebes oder des Essens leisten, wir sind also auf der Suche nach vielen neuen Paten).
John wird ab Anfang Oktober vor Ort sein, um den Bau der Klassenzimmer zu leiten.
Noch gibt es in der Gegend keinen Strom, es muss also eine Windmühle für den Betrieb der Wasserpumpe für den Brunnen gebaut werden.
Für die vielen Transporte zur Baustelle (die Lieferungen in Kenia sind sehr teuer und man bekommt immer nur kleine Mengen!) und für die spätere Beförderung der Lehrer zu ihrer Arbeitsstelle (und der ganz kleinen Patenkinder zur Schule), sowie für die Lebensmitteleinkäufe, kauften wir ein älteres, aber gut erhaltenes Fahrzeug, einen Nissan Bus (Diesel). Er hat uns bereits in diesen wenigen Tagen unseres Aufenthalts wertvolle Dienste geleistet.
Neuigkeiten gibt es auch von "alten" Schulland: dieses wurde wirklich verkauft (ein Vormieter hatte laut kenianischem Recht das Vorkaufsrecht) - er wollte uns entweder sofort vom Land oder an uns (zum Vierfachen, was er für das Land bezahlt hatte!!!) verkaufen. Wir überlegten, ob wir die Schule behelfsmäßig sofort übersiedeln sollten, konnten dann aber mit ihm doch einen Mietvertrag bis Jahresende schließen (zu einem Preis...). So sind die Kinder bis zum Ende des Schuljahres in ihrer gewohnten Umgebung und können ungestört lernen, andererseits muss auf der Baustelle keine Rücksicht auf den Schulbetrieb genommen werden.
Natürlich verlief nicht alles so einfach und unkompliziert, wie es sich jetzt liest, denn Afrika ist anders......
Trotzdem ist es selbst für uns kaum zu glauben, was wir alles erreichen konnten. Gott war und ist sehr gut zu uns!
Persönlich kamen wir zu einer kleinen Ruhepause: 3 Tagen Safari in der Maasai Mara, wo wir wunderschöne Momente erleben durften.
Nun warten wir auf die ausstehenden Genehmigungen und wollen in der Zwischenzeit versuchen, noch so viele Spenden wie möglich zu bekommen, damit das Bauprojekt bis Jahresende im Idealfall zur Gänze fertig gestellt werden kann.
Danke für all euer Interesse, eure Unterstützung und eure Gebete. Bitte meldet euch doch, wenn ihr noch mehr erfahren wollt.

Ganz liebe Grüße von
Sonja und John

Montag, 26. April 2010

Bericht April 2010

April 2010
Liebe Paten und Freunde!

Diesmal gibt es wieder viele Neuigkeiten aus Kenia zu berichten. Es ist Zeit für den neuen Patenbrief mit Berichten über die Kinder.
Einige der Schüler haben selbst einen Brief geschrieben, andere haben ein Bild gemalt.
Im Februar und März hatten wir eine deutsche Studentin, Magdalena Riegsinger, als Praktikantin an der Schule. Sie unterrichtete die Kinder in Deutsch und vermittelte ihnen auf spielerische Weise die nötigen Grundbegriffe. Zum ersten Mal in ihrem Leben sahen die Kinder Wasserfarben und malten daraufhin mit Begeisterung ihre ersten Bilder.

Der Schulbetrieb war nach den langen Weihnachtsferien gut angelaufen, eine neue Klasse mit 44 Schülern konnte begonnen werden. Es gibt nun 5 Klassen mit insgesamt 162 Schülern, eine Kochhütte und ein Büro, das die Eltern im Jänner in Eigeninitiative gebaut haben. Etwa ein Viertel der Kinder hat einen Paten, ein anders Viertel kommt aus so armen Verhältnissen, dass keinerlei Beitrag für den Schulbesuch und das Essen geleistet werden kann, etwa die Hälfte der Schüler zahlt einen kleinen Unkostenbeitrag für das reichliche und gesunde Schul-Essen.

Bei unserem letzten Besuch im März nahmen wir Kontakt mit der Bezirksschulbehörde auf und bemühten uns um eine offizielle Registrierung der Schule, was in Kenia nicht ganz einfach ist, weil auch dort bestimmte Auflagen erfüllt werden müssen. Bei einem Inspektionsbesuch bekamen wir ein großes Lob ausgesprochen und einer baldigen Registrierung sollte nun nichts im Wege stehen.

Ein einziges Problem hat sich leider früher als erwartet ergeben: die Landvermessungen in Mtwapa sind nun abgeschlossen und die Eigentümer haben die Besitzurkunden ihre Landes erhalten. Viele dieser Leute wollen ihr Land nun verkaufen - darunter leider auch der Besitzer unseres Schulgrundstückes. Wir haben nun die Wahl entweder dieses oder ein anderes Grundstück zu kaufen. Obwohl wir einen Mietvertrag für 2 weitere Jahre haben, wird dieser hinfällig, sobald das Land verkauft wird.
Wir stehen nun vor der großen Aufgabe, möglichst schnell, die nicht unbeträchtlichen Mittel (im günstigsten Fall ca 40 000 Euro) für einen Landkauf aufzutreiben. Weiters haben wir zu entscheiden, ob wir auf dem bestehenden Grundstück verbleiben oder um ein geeigneteres Ausschau halten wollen. Die Verlegung der Schulklassen wäre kein großes Problem, denn die Eltern haben ihre Hilfe zugesagt und die Baracken könnten schnell übersiedelt werden. Längerfristig wird es nicht ausbleiben, die Klassenräume nach und nach in Ziegelbauweise zu errichten, denn die Baracken sind nur eine Übergangslösung. Die Holzplatten werden durch die Regenzeit sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Nun brauchen wir Ihre Hilfe!

Wir versuchen, unser Anliegen möglichst publik zu machen und viele Leute für das Schulprojekt zu interessieren – wir sind für jeden Euro dankbar, der an Spende für den Landkauf hereinkommt und freuen uns über jede neue Patenschaft.
Beigelegt sind Broschüren, die über unsere Arbeit Auskunft geben (in Österreich auch Erlagscheine, denn wir haben für den Landkauf ein extra Spendenkonto eingerichtet. In Deutschland können Spenden weiterhin über die steuerbegünstigte Evangeliumsmission eingezahlt werden. Dafür wird dann eine Spendenbestätigung ausgestellt).
Bitte geben Sie diese Information in Ihrem Familien – und Freundeskreis, in den Gemeinden, im Fitnessstudio, Sportclub etc weiter. Gerne schicken wir noch weitere Folder zu.
Einige Geschäfte, Firmen und Arztpraxen haben uns zugesagt, die Broschüren aufzulegen – Ihre Phantasie ist nun gefragt!
Bitte helfen auch Sie mit – damit die Zukunft für viele der Kinder Mtwapas gesichert ist.
Ohne unsere Hilfe würden viele wieder auf der Straße, in Kriminalität und Prostitution, landen. Viele würden täglich Hunger leiden.

Bitte helfen auch Sie, dass das gute Werk, das begonnen wurde, auch weitergeführt werden kann.
Eine Partnergruppe aus Albstadt in Deutschland, die jahrelang den Kindergarten, den der Bruder des Pastors nun für sich beansprucht, unterstützt hat, hat sich bereit erklärt, einen Kindergarten zu bauen, damit auch den Kleinsten wieder geholfen wird.
Es gibt Hilfsorganisationen in Mtwapa, die sich bemühen, gestrauchelte Teenager zu rehabilitieren – ein gutes Werk – doch wir können schon vorbeugend den Jüngeren helfen und ihnen viel Leid und schlechte Erfahrungen ersparen.

Wir haben auch unsere Internetseite – www.kenia-kinder – aktualisiert. Neue Informationen, Reise- und Erfahrungsberichte können auf www.helfendehaende.blogspot.com nachgelesen werden.

Weiterhin kommen 100% der Spendengelder nach Kenia – alle administrativen Kosten werden von uns privat getragen und in den letzten Wochen haben wir eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft aus unserem Freundes -und Bekanntenkreis erlebt. Die Hilfe bei der Medienarbeit, die Erstellung der Internetseite, das Drucken der Broschüren – das alles wurde uns gratis gegeben.

Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie Fragen oder gute Ideen haben. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!
Hier nochmals die Adresse:

Sonja Horsewood-Jemc
Tobersbergerweg 8
4040 Linz
kenia-kinder@liwest.at
0676 4553551


Vielen Dank für Ihre Hilfe, für Ihr Mittragen und Ihr Gebet!


Sonja und John Horsewood


Helfende Hände sich außerdem:

Ursula Bello, Birgit und Michaela Dobetsberger, Herbert Friedl, Bernd und Edith Friedmann, Ingrid Holub, Judith Kreutzer, Stefan Mayrdorfer, Christine Petermandl und Hans Tröstl.

Sonntag, 3. Januar 2010

Mtwapa Dez 09






Im September startete die neue Schule für das letzte Trimester dieses Schuljahres mit 4 Klassen in den neu gebauten Räumlichkeiten. Mit Anfang Dezember begannen die großen Ferien - über Weihnachten ist die heißeste Zeit des Jahres und traditionell werden während der Feiertage die Familien in den Heimatdörfern besucht.
Die erste Klasse (mit Lehrerin Dorothy) besuchten 34 Kinder, die zweite (mit Lehrerin Benta) 35.
In Klasse 3 (unter der Leitung von Direktor Kennedy) gingen 18 Schüler, in Klasse 4 (mit Lehrer Denis) 26.
2 Köche und ein Nachtwächter vervollständigen das Team. Nancy wurde zur Schulleiterin ernannt und erledigt nebenbei für uns noch ihre Arbeit als Sozialarbeiterin.
Mit Hilfe einiger Eltern wurde auf dem Schulgelände eine Kochhütte gebaut, die Kinder bekommen 2 Mahlzeiten täglich (Frühstück und ein spätes Mittagessen), die gesund, ausgewogen und reichlich für viele der Kinder das einzige Essen des Tages sind.
Auch an Samstagen wird für die Bedürftigen gekocht und eine Tagesbetreuung angeboten.
Ende Oktober kam es zu ganz ungewöhnlich starken Regenfällen und Orkanen, Wege wurden zu reißenden Flüssen und freie Flächen zu Seen. Leider wurde auch unsere Schule in Mitleidenschaft gezogen. Ein Baum fiel aufs Dach und Fundamente wurden teilweise unterspült. Die ärgsten Schäden wurden gleich behoben, einige Betonierarbeiten stehen aber noch an (der Weg an der Grundstücksgrenze, der direkt an die Klassenräume anschließt, wurde zu einem tiefen Bachbett) und müssen noch vor dem Beginn der Regenzeit Ende März durchgeführt werden.
Der Schulschluss wurde mit einem großen Fest gefeiert, die Klassenbesten erhielten Geschenke und alle Kinder Süßigkeiten. John war im November 3 Wochen vor Ort und konnte mitfeiern.
Die staatlichen Prüfungen zu Schulende, die für ganz Kenia gleich sind, brachten überdurchschnittliche Ergebnisse. Unsere Schule gehört zu den besten im ganzen Bezirk und kann sich mit den teuren Privatschulen messen. Wir hoffen, dass das einigen Eltern, die sich Schulgebühren leisten können, den Anreiz gibt, ihre Kinder in unsere Schule zu schicken, damit wir den armen Kindern besser helfen und den Lehrern ein faires Gehalt zahlen können. Obwohl wir sie relativ gut entlohnen (70 Euro pro Monat), reicht es doch von vorne bis hinten nicht aus. Die Hälfte ihres Verdienstes wird meist für Miete ausgegeben, ein Kilo Mehl oder Zucker kosten ca 1 Euro, 250 ml Milch 45 cents, 1 kg Bohnen oder Linsen 80 cents, Fleisch ist nicht erschwinglich ... es ist erstaunlich, wie diese Leute überleben, Schulgebühren für ihre eigenen Kinder zahlen und, so wie unsere Lehrer, voller Würde und sauber gekleidet, fröhlich nach einem langen Fußmarsch zur Arbeit erscheinen.
Unsere Lehrer sind stark motiviert, mögen ihre Arbeit und kümmern sich liebevoll um die Kinder. Sie sind froh, eine so gute und sichere Arbeitsstelle zu haben. Die ganze Atmosphäre an der Schule ist entspannt und fröhlich. Alle fühlen sich wohl.
Auch einige muslimische Kinder besuchen den Unterricht, sie bekommen islamischen Religionsunterricht, nehmen aber auch an den christlichen Aktivitäten teil. Es ist ein ungewöhnlicher Anblick, wenn muslimische Mädchen mit Kopfbedeckung die weltweit üblichen christlichen Kinderlieder wie „Gottes Liebe ist so wunderbar“ oder „Wer ist der König des Dschungels... J-E-S-U-S“ singen.
Wir sind sehr dankbar für das Zeugnis, das den Kindern auf diese Weise näher gebracht wird und vertrauen darauf, dass der heute gesäte Same eines Tages auch Früchte bringen wird.
Ab 7. Jänner beginnt das neue Schuljahr und es wird eine 5. Klasse geben. Das Klassenzimmer dafür wurde ja schon im August gebaut, in der Zwischenzeit wurde es als Büro benützt. Die Zahlen bei der Anmeldung für die neue erste Klasse sind sehr hoch und wir hoffen, alle Kinder unterbringen zu können. Eine neue Lehrerin, namens Faith, wurde auch schon gefunden und sie hat eine gute Ausbildung zur Volksschullehrerin erhalten. Gemeinsam mit dem Lehrer Denis wird sie sich den Unterricht in der 4. und 5. Klasse teilen. Laut kenianischem Lehrplan muss es ab der 4. Klasse eine Rotation der Lehrer geben, die sich auf gewisse Fächer spezialisieren und so einen qualifizierteren Unterricht bieten können.
Einstweilen sehen wir von einer weiteren Bautätigkeit ab und warten, was die nächsten Monate bringen. Ganz Mtwapa wird gerade vermessen und die örtlichen Politiker planen eine Neugestaltung. Grundstücksgrenzen werden z.T. neu gezogen und es gibt viele Gerüchte über Grundstücksverkäufe. Sollte auch unser Mietgrundstück von einer dieser Maßnahmen betroffen sein, so können die Räumlichkeiten leicht mit Hilfe der Eltern an eine neue Stelle übersiedelt werden. Ein großer Wunsch wäre natürlich der Erwerb eines eigenen Grundstückes, doch leider ist das auch in Kenia nicht billig. Ein entsprechendes Areal, ohne viel Möglichkeit zum Spielen, kommt auf ca 25 000 Euro.
Leider gibt es vom Kindergarten, der von einer Gruppe aus Deutschland unterstützt wurde, keine guten Neuigkeiten.
George, ein Bruder des verstorbenen Pastors, hat diesen jetzt als sein Erbe erklärt und führt ihn neu als „business“. Damit sind die Sponsoren aus Deutschland natürlich nicht einverstanden und sie sind nicht bereit, die Kosten weiterhin zu tragen, während er die hart eingeforderten Schulgebühren in seine eigene Tasche steckt. Einstweilen zahlen wir für die wenigen Kinder, die noch den Kindergarten besuchen, die Gebühren, doch es bestehen Überlegungen, ob nicht ein neuer Kindergarten begonnen werden könnte. Natürlich ist auch das eine Frage der Finanzierung, denn sowohl Bau als auch Miete kosten neben den monatlichen Betriebskosten viel Geld.

Nach fast 2 Jahren aktiver Arbeit in Kenia lernen wir langsam, alles ein bisschen wie die Einheimischen zu sehen, manchmal auf das Morgen zu warten, denn dann haben sich in Afrika viele Probleme von allein gelöst. Oft ist das nicht ganz einfach, denn wir Europäer haben unsere Jahrespläne zu Beginn des Jahres fertig, doch Afrika ist anders. Wir versuchen, allen unseren Mitarbeitern näherzubringen, wie wir als verantwortungsvolle Verwalter zu arbeiten haben, und nehmen uns aber andererseits ein Beispiel an ihrem Gottvertrauen und ihrer Gewissheit, dass „der morgige Tag für das Seine sorgen wird“(Mt 6,34)

So gehen wir auch im neuen Jahr voller Zuversicht an unsere Arbeit in Kenia und vertrauen auf die Verheißung: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“

Allen unseren Paten und Unterstützern danken wir auf diesem Weg recht herzlich und wünschen Gottes Segen im Jahr 2010!

Sonja und John Horsewood

Samstag, 22. August 2009

Reisebericht August 09

Keniarundbrief Juli/August 2009



Nach 4 langen und erlebnisreichen Wochen sind wir wieder zurück aus Kenia.Wie bei allen unseren Reisen in dieses Land passierte viel Unvorhergesehenes und sehr wenig verlief so, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Eigentlich wollten wir hauptsächlich die Patenkinder und ihre Familien besuchen, einigen Frauen helfen, ein kleines Gewerbe zu beginnen und schlussendlich hatten wir uns vorgenommen, mindestens 2 Wochen als richtige Ferien mit Baden und Ausflügen zu verbringen.
Wir endeten mit 3 Tagen „Urlaub“ und dem Bau einer Schule....

Seit der letzten Aussendung ist Pastor Dickson Okoth verstorben. Er wurde im Mai in seinem Heimatdorf Ndisi begraben. Die Schule steckte in vielen Problemen, weil sie seit Monaten ohne richtige Führung gewesen war. Die finanzielle Situation schaute sehr düster aus, auch die Raumsituation der Grundschüler. Die beiden angemieteten Räume für die erste und zweite Klasse waren sehr teuer (150 Euro monatlich), die dritte und vierte Klasse wurden in dem einen Gottesdienstraum unterrichtet, was bei der großen Anzahl der Kinder und steigendem Alter recht problematisch wurde. Auch war der 3-Jahresvertrag mit der Gemeinde abgelaufen und es war vereinbart worden, auch dort Miete zu zahlen. Im Jänner sollte eine 5. Klasse starten... die Frage war „Wohin mit den Kindern?“ und „Wer soll die (hohen) Mieten und die Lehrer bezahlen?“
Trotz großer Bemühungen konnten keine geeigneten Miet-Klassenräume gefunden werden, weder für billiges noch teures Geld, weder in der Nähe der Vorschule noch weit davon entfernt.
Was tun?
Wir hatten Treffen mit den Eltern der meisten Schüler, die sehr besorgt zur Elternversammlung an einem Samstag kamen, weil sie um die Zukunft der Schule und so ihrer Kinder fürchteten. Wir besprachen uns mit den Lehrern, die Angst um ihre Arbeitsstelle hatten.
Alle flehten uns an, etwas zu tun.
Die Situation im Kindergarten/Vorschule ist auch schwierig, doch gibt es dort wenigstens kein Raumproblem. Eine Gruppe von Deutschen, die vor einigen Jahren den Schulbau unterstützt hatte, erklärte sich bereit, die Gehälter der Vorschul-Lehrer zu bezahlen und so den Schulbetrieb wenigstens dort weiter zu garantieren. Heinz Mäurer, ein seit langem in Kenia lebender Deutscher, hatte es für sie übernommen, den Posten des „Schatzmeisters“ zu spielen. Wir hatten viele Treffen mit Heinz und Nancy, unserer Sozialarbeiterin.
Schließlich sahen wir nur einen Weg vorwärts: eine Schule zu bauen. Oder auch einen Weg rückwärts: nur die bestehenden Patenkinder beim Schulbesuch an einer anderen Schule zu unterstützen und die Schule selbst ihrem Schicksal zu überlassen, d.h. spätestens mit Jahresende schließen zu lassen. Doch all die anderen Schüler würden auf der Straße enden.....
Wir besahen nochmals das Grundstück, das uns Pastor Okoth im Jänner gezeigt und auf dem er die neue Schule geplant hatte. Durch Nancys geschickte Verhandlungen konnte der Mietpreis von 100 auf 60 Euro monatlich gedrückt werden, wir suchten verschiedene Handwerker auf und ließen Kostenvoranschläge erstellen, wir überlegten und beteten und überlegten... und entschieden uns schließlich für den Schulbau.
5 Klassenräume sind am Entstehen (Stand 12.8.: fast fertig) – jeweils ca. 40 m² groß, mit Wellblechdach und Holzwänden, und am 7. September wird der Schulbetrieb nach den Ferien dort aufgenommen. Im Jänner folgt dann die 5. Klasse (neues Schuljahr). Es ist Platz für 3 weitere Klassen – in Kenia endet die Grundschule nach 8 Jahren – und für ein Kochhaus. Bis Jahresende werden die Kinder jedoch weiterhin zentral von der Vorschule aus versorgt und das Essen (Porridge zum Frühstück und ein Mittagessen) wird in großen Töpfen in einem Schubkarren an die Grundschule gebracht werden. Platz zum Spielen ist auch vorhanden.
Mit dem Bau einer Toilettanlage wird diese Woche begonnen, das Eingangstor und eine Nebentüre sind bestellt, die Schulbänke in Auftrag gegeben. Die Lehrer werden die Klassenräume Anfang September herrichten und schmücken.
Durch großzügige Spenden mehrerer Paten und Freunde ist dieses Projekt möglich gemacht worden, doch es fehlt uns immer noch einiges an Mitteln, um alles zu vollenden. Der Zaun und die Klassenräume sind bezahlt, doch Finanzen für die Toiletten und die Waschanlage(ca 1000 Euro), die Tore (370 Euro), die Schuleinrichtung (30 Bänke zu je 15 Euro, 5 Kästen zu je 50 Euro, 6 Tische zu je 20 Euro und etliche Stühle zu je 12 Euro), Teller, Löffel etc. müssen noch gefunden werden.
Wir sind für jeden Beitrag dankbar und vertrauen darauf, dass mit Gottes – und auch Ihrer - Hilfe das begonnene gute Werk auch vollendet werden kann.
Die Gehälter der Lehrer können mit Patengeldern bezahlt werden, ebenso die Miete und die Wasserkosten. Wir hoffen, dass die Kosten für ein sehr einfaches Schulessen durch ein kleines Schulgeld jener Schüler bezahlt werden können, deren Eltern nicht ganz so arm sind (auch solche sind vorhanden). Wir suchen auch noch Paten für viele weitere Kinder, deren traurige Hintergründe wir bei unserem Besuch kennen gelernt haben. So hoffen wir mit kleinen Schritten die Qualität des Unterrichts (Schulbücher..) und auch des Essens zu verbessern (z.B. durch die Möglichkeit einer „Fruchtpatenschaft“: 25 bis 30 Euro pro Monat genügen um allen 120 Grundschülern 1 mal wöchentlich ein Stück Obst zu geben).
Bitte helfen Sie uns auch weiterhin bei unseren nächsten Schritten! Die Vision für die Zukunft ist noch größer: In Kenia sind Schuluniformen vorgeschrieben – vielleicht können wir eine Mutter finden, die gut nähen kann – das würde die Uniformen viel billiger machen und einer Frau Arbeit, Hoffnung und ein wenig Geld für Nahrung und Miete geben. Nahrungsmittel könnten im Großhandel billig eingekauft und an die Eltern der Schüler zu einem sehr günstigen Preis abgegeben werden....es gibt so viele Möglichkeiten!
4 Frauen, die Eigeninitiative gezeigt haben, konnten wir schon mit „Mikrokrediten“ helfen – sie haben sich ein kleines Gewerbe aufgebaut (Früchte, Fisch, Gemüse oder Selbstgebackenes verkaufen) und werden im Lauf der nächsten Monate den Kredit in kleinen Raten zurückzahlen - das Geld kann dann an weitere Frauen vergeben werden. Diese Mütter von Kindern an der Schule müssen nun nicht mehr hungern, sondern können ihren Kindern ein Dach über dem Kopf bieten, ebenso Nahrung und Kleidung.
Von der anderen Schule, an der wir einige Kinder unterstützen, gibt es nur Gutes zu berichten. Wir verbrachten einige Tage mit Cornelia Mannai, besuchten Familien weitab im Busch und belieferten sie mit Lebensmitteln, wir hatten eine gute Zeit an der Schule und feierten auch den Schulschluss mit den Kindern, die eine gelungene Tanz-und Gesangsdarbietung einstudiert hatten. So wie überall ist auch dort das Budget knapp, doch durch Connys Engagement und persönliche Opfer werden die Kinder gut versorgt.

Zum Glück fanden wir alle Kinder wohlauf vor, abgesehen von den alltäglichen Krankheiten Afrikas, wie Malaria, Durchfall oder auch Husten, von dem so viele geplagt werden. Ein Mädchen braucht ev. eine kleine Operation um ein Problem zu beheben. Alle Patenkinder bekamen zumindest eine doppelte Ausstattung an Wäsche (T-Shirts, Hosen, Röcke, Kleider, Unterwäsche, Socken....), zu Schulbeginn gibt es für einige neue Schuhe und auch Bücher.
Wir besuchten auch etliche Schüler an höheren Schulen, die von Paten unterstützt werden, was in einem Fall zu einem besonderen Erlebnis ausartete. Wir nahmen ein Matatu (etwas Ähnliches wie ein „Bus-Taxi“, in dem auf 14 Sitzplätzen mindesten 20 Leute zusammengepfercht transportiert werden) und wurden von diesem, statt wie vereinbart vor der Schule, im Busch und 6 km von dieser entfernt ausgesetzt. Leider hatten wir weder Wanderschuhe noch Wasserflaschen im Gepäck....jeder Kenia-Aufenthalt bringt für uns ein neues Abenteuer (oder auch mehrere)!
Einige der Kinder schrieben Briefe an ihre Paten, andere lassen schön grüßen und viele Familien haben uns ihren Dank für die Hilfe ausgedrückt. Diesen möchten wir auf diesem Weg weiterleiten. Beim Besuch von etlichen Familien, die wir schon im Jänner besucht hatten, fiel uns auf, was uns die Leute vorab schon erzählt hatten: es gibt nun Hoffnung bei so vielen, die Gewissheit, dass die Kinder die Schule besuchen können, ein Essen erhalten und, wie schon erwähnt, haben etliche Frauen eine Möglichkeit gefunden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Ein herzliches Dankeschön an Sie alle, die Sie das ermöglicht haben! Und bitte helfen Sie auch weiterhin!
Fotos von den Patenkindern liegen dieser Aussendung bei, gerne schicken wir auch Fotos von Familien, der Schule etc. per email zu (bitte bestellen bei: sonja.horsewood@liwest.at)

Ganz liebe Grüße und Gottes Segen,

John und Sonja Horsewood – Helfende Hände/Helping Hands

Freitag, 13. Februar 2009

Reise Jänner 2009

Keniareise von John und Sonja Horsewood im Jan 09



KENIAREISE, Jänner 2009

Von 28. Dezember bis 19. Jänner haben wir eine interessante und auch abenteuerliche Zeit in Kenia verbracht.
Wir haben viel erlebt, viel gesehen, Schönes und Erschreckendes und die Erinnerung daran wird uns sicher ein Leben lang begleiten.
Wir waren die ersten 4 Tage in Mtwapa, wo wir seit vergangenem Jahr im Rahmen der „Helfenden Hände“ das Schulprojekt des Mtwapa Children Centre unterstützen. In Kenia sind die langen Ferien im Dezember bis Mitte Jänner (für die älteren Schüler bis Anfang Februar). In dieser Zeit wurde das Schulgebäude "renoviert", dh. frisch ausgemalt, geputzt, neues Schulmaterial wurde gekauft... und wir konnten unseren Augen kaum trauen, so viele Fortschritte gab in den letzten 2 Jahren. Alles ist frisch und sauber, sehr einfach an unseren Verhältnissen gemessen, aber Luxus im Vergleich zu dem, was uns in der folgenden Woche erwartete.
Am 2. Jänner um 4 Uhr Früh machten wir uns auf den langen Weg zum Viktoriasee, in einem Privatauto, das ziemlich klapprig war. Pastor Okoth entschied am Abend vorher, uns doch nicht zu begleiten, weil er sich nicht stark genug fühlte - eine weise Entscheidung. Sein Bruder George war unser Begleiter und Fahrer.
Die nächsten 28 Stunden verbrachten wir zunächst im Auto, das uns bis ca. 150 km nach Nairobi brachte, dann eine Panne im Massai-Land, Abschleppen, Reparatur und ein neuer Anlauf. Um 23 Uhr neuerliche Panne, 3 Stunden Schlafversuch im Auto, dann ein Fußmarsch um einen Bus Richtung Viktoriasee zu finden. Nach 3x Umsteigen und einer Reise auf unbeschreibbaren Straßen kamen wir um 8 Uhr in Homa Bay an.
Dusche, Frühstück im erstaunlich schönen Hotel... und dann machten wir uns auf den Weg ins Dorf Omoya (die wohlgemeinte, zwangsverordnete Ruhepause lehnten wir strikt ab). Vor 2 Jahren hatten wir in Mtwapa Pastor Mark kennen gelernt, der die kleine Gemeinde in Omoya leitet.
In einer wunderschönen, grünen Landschaft erwarteten uns große Armut, viel Leid und Krankheit. Die Kinder der Gemeinde begrüßten uns im Gemeindehaus mit Liedern und hungrigen Bäuchen, viele hatten seit 2 Tagen nichts mehr gegessen. Wir baten die Frauen des Dorfes, im Anschluss zu kochen, 5 Euro reichten für Fladenbrot und Tee mit viel Milch und Zucker. Auch am nächsten Tag sollten die Kinder eine Mahlzeit bekommen.
Wir wurden zu vielen Hütten geführt, hörten Berichte von Witwen mit kleinen Kindern über die Umstände ihres Lebens... wir konnten unsere Tränen nicht zurückhalten. Für den Zustand der Schule finden wir keine Worte...
Die Zukunftsaussichten sind schlecht, die Aussaat, die in den nächsten Wochen in die kleinen Felder gesät werden sollte, wurde gegessen....
Ein wenig Hilfe konnten wir im Dorf lassen - persönlich für die armen Familien. Die Frauen konnten ihr Glück gar nicht fassen, einen Geldschein in der Hand zu halten - für manche wohl das erste Mal im Leben. Pastor Mark bekam eine kleine Summe, um bei Härtefällen schnell helfen zu können.
Den nächsten Tag verbrachten wir im Dorf Ndisi, der Heimat von Pastor Oktoth. Eine Schweizerin, Elsy Amsler, hat dort ein kleines Erstversorgungsspital und eine Schule errichten lassen. Trotzdem fehlt es an allem.... Hunger auch dort, so viele Waisenkinder, Witwen durch Aids, schlammiges Wasser, Kinder mit aufgeblähten Bäuchen durch Eiweissmangel... wir verteilten Kleidung, Süßigkeiten, Geld und Pakete mit Lebensmitteln. Ein 14-jähriger Junge bat uns, für ihn zu beten - auf einem Auge ist er durch Parasitenbefall blind, am anderen sieht er bereits verschwommen. Kinder, die ohne Schuhe am Erdboden sitzen (und auch am nackten Boden schlafen), leiden unter Parasitenbefall ihrer Füße, diese brechen zu Geschwüren auf und werden einfach weggefressen. Nach einem langen Tag konnten wir uns kaum mehr auf den Beinen halten, so viel Elend, Krankheit und Not.. ..wie viel davon kann man an einem Tag ertragen, wenn man aus Europa kommt?
Danach 2 Tage Warega, wieder eine wunderschöne, grüne Landschaft. In der Nähe ist eine Zuckerfabrik, die Felder sind voll Zuckerrohr.... und es fehlt der Mais für die hungrige Bevölkerung.
Seit 2000 gibt es das "Warega Center", eine Schule für arme Kinder und Waisen, die ebenfalls von Elsy Amsler gebaut und der Dorfgemeinschaft zur Führung übergeben wurde. Zwischen 150 und 200 Kinder der Umgebung besuchen dort die Schule, ihre einzige Chance auf Bildung. Mittags bekommen sie ein Essen - Maisbrei - und das ist für die meisten auch die einzige Nahrung für den Tag. Der Mais wird von der Dorfgemeinschaft gespendet.
17 Kinder (2-15 Jahre alt) sind Waisen ohne Verwandschaft oder eine Person, die für sie sorgt... und so schlafen sie alle am Boden der kleinen Kochhütte. Jeweils eine Frau aus dem Dorf übernimmt es, die Nacht bei ihnen zu verbringen.
Die Schule ist arm, aber die Lehrer sind engagiert. Sie borgen jeweils ein Buch, aus dem sie vortragen, von einer anderen Schule. Dieses Buch wird dann an die Schüler weiter gegeben, die, einer nach dem anderen, die Texte, Beispiele und Angaben abschreiben. Auch in Warega konnten wir ein wenig helfen, wir hatten Geld vom Weihnachtsmarkt und ein paar kleinere private Spenden.
Es gab ein Festmahl.... Fladenbrot und Bohnen, Tee mit Milch und wieder viel Zucker, wir kauften Seife, Waschseife, Paraffin für die Lampen, Zündhölzer, verteilten Kleidung und Handtücher. Für die 8 Klassen gab es Geld für jeweils 3 Schulbücher, die Prüfungsgebühren und für Lebensmittel. Ein ganz wichtiges Anliegen war uns, dass die Kinder mehr Eiweiss bekommen - aber die Dorfbewohner haben nichts anderes als Mais.
Mit 2 der Schüler der 8. Klasse, die uns beim Unterricht aufgefallen waren, hatten wir ein längeres Gespräch. Beide haben bereits die Prüfung für die High School mit sehr gutem Erfolg abgelegt, aber da sie Waisen sind, haben sie niemanden, der Schulgeld bezahlt. So besuchen sie nochmals die 8. Klasse, weil es für sie kein Zuhause und keine Arbeit gibt. Wir versprachen ihnen, nach Paten zu suchen, die sie im nächsten Jahr unterstützen und ihnen so den weiteren Schulbesuch ermöglichen. Das gab den beiden viel Hoffnung.
Die Lebensumstände der Waisenkinder im Warega Center machten uns tief betroffen. Eine Hütte mit 2 kleinen Schlafsälen und einem Zimmer für die Betreuerin wären dringend nötig. Zur Schule gehöriges Land gibt es genug.
Nach 2 Tagen in Warega ging es zurück nach Homa Bay, das Auto schaffte gerade noch die letzten Meter den Berg hinauf, hinunter zur Busstation mussten wir bereits rollen..... Die nächste Reparatur war fällig. George musste um einen Ersatzteil nach Nairobi... und so bestiegen wir zusammen den Nachtbus. Eine Schilderung würde zu weit führen... Das Motto war am Bus gedruckt "Resting on the everlasting arms".. und das brauchten wir auch!! Umsteigen in Nairobi nach Mombasa und Mtwapa, wo wir am Abend ankamen.
Nach einem Ruhetag ging unser Programm weiter: wir besichtigten ein Stück Land, auf dem ein neues Schulgebäude gebaut werden soll, soferne Geld vorhanden ist; wir trafen Nancy, eine junge Kenianerin, der durch eine Patenschaft aus Finnland der Schulbesuch ermöglicht wurde und die jetzt eine ausgebildete Sozialarbeiterin ist (allerdings ohne Arbeit); wir trafen einige der älteren Patenkinder, erledigten Bankgeschäfte und hin und wieder fanden wir die eine oder andere Stunde, in der wir zum Strand gingen.
Wir besuchten viele Familien, zum Teil weit von der Schule entfernt im Busch, wir überbrachten Geschenke von den Paten, kauften Nahrungsmittel und wir lernten auch Connie kennen, eine Frau aus Deutschland, die einige Kilometer von Mtwapa entfernt im Busch eine ähnliche Schule aufgebaut hat.
Dann fing das Schuljahr wieder an. Eine ganze Anzahl der Kinder war noch nicht aus den Ferien zurück (in Kenia wird über Neujahr die Verwandtschaft besucht, man bleibt einige Wochen dort und kommt erst zurück, wenn die Buspreise nach der Hauptreisezeit wieder billiger geworden sind!!!!). Leider sind einige der Patenkinder übersiedelt und besuchen nun nicht mehr das Zentrum. Es gibt im Moment viele Gründe, einen Ortswechsel vorzunehmen: Vor einigen Jahren, als der Tourismus blühte, kamen Scharen von Menschen aus dem Landesinneren an die Küste, um dort in einem der Hotels Arbeit zu finden. Jetzt sind die Touristen ausgeblieben, viele der Hotels sind geschlossen und unter der Bevölkerung macht sich Hoffnungslosigkeit breit. Viele beschließen, in ihre angestammten Dörfer zurückzugehen, wo sie immerhin in der Geborgenheit einer Großfamilie wohnen können, nicht auf sich allein gestellt sind und wenigstens ein kleines Feld für den Maisanbau zur Verfügung haben. Andere, die die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben haben, suchen billigere Unterkünfte – Mtwapa ist ein teures Pflaster.
Zur Situation in der Schule: Die 3. und 4. Grundschulklasse benutzen den Gottesdienstraum als Klassenzimmer, für die 1. und 2. Klasse wurde als Übergangslösung ein Gebäude mit 2 Klassenzimmern angemietet (doch die Kosten betragen 150 Euro pro Monat). Die Kindergartenkinder und die vielen Vorschüler benutzen das "alte" Gebäude, das vor vielen Jahren von einer Gruppe aus Deutschland gespendet wurde. Durch diese Aufteilung konnten die hohen Schülerzahlen in den Klassen gesenkt werden bzw. jede Klasse hat einen eigenen Raum zur Verfügung (ausgenommen 3.,4.)

Pastor Dicksons Frau, die das Zentrum gemanagt hat, ist Mitte Dezember an einem akuten Nierenversagen gestorben. Dem Pastor selbst geht es schlecht, er ist immer wieder im Krankenhaus.
Die Schulverwaltung wird von Judith, einer tüchtigen, liebevollen 61-jährigen Witwe geführt, die sich auch um die Pflegekinder des Pastors kümmert. Eine Mammutaufgabe... und so haben wir ihr Nancy, die junge Sozialarbeiterin, zur Seite gestellt. Für die nächsten 2 Monate haben wir ihr ein kleines Gehalt privat vorausbezahlt und sie wird sich darum kümmern, dass Judith nicht überbelastet wird und wir hier die nötigen Informationen bekommen.
Wir werden sehen, wie sich die Dinge weiterentwickeln, wie es dem Pastor geht. Wir können nur warten, hoffen und beten, dass alles gut weiterläuft.

Vielen Dank für all die Hilfe und die Unterstüzung, die wir in den Wochen vor Weihnachten von einer Anzahl von Paten bekommen haben und danke auch für das große Interesse an den neuen Projekten. Gerne schicken wir auch weitere Informationen zu oder auch Fotos. Bitte einfach melden....

Das Dorf Mtwapa liegt an der
Küste Kenias, ca. 20 km nördlich von
Mombasa. Am weißen Sandstrand, von
Palmen umgeben, reiht sich ein Hotel an
das andere, 5 Sterne-Luxus all inclusive.
Am Mtwapa Creek liegen teure
Segeljachten und Restaurants.
Nur wenige Gehminuten von der
Touristenhochburg entfernt verläuft die
Küstenstraße nach Norden. Sobald man
diese überquert hat, steht man mitten im
Dorf Mtwapa. Ein paar staubige Bars und
Handwerksbetriebe markieren die Grenze
zum Alltag in Kenia. Wellblechhütten und
kleine Häuser aus rohem Mauerwerk
säumen die Pfade aus festgetrampelter
Erde – ein Labyrinth, in dem man leicht
die Orientierung verliert. Keine
Wasserleitungen - die Bewohner können
das kostbare Nass nur in Kanistern
kaufen – und schon gar keine Elektrizität.
Es überrascht uns, wie – relativ – sauber
das Dorf ist. Überall sieht man Kinder.
Kleine Mädchen tragen Babys auf der
Hüfte, meist laufen sie barfuß. Ihr Mund
ist zu einem breiten Lachen geöffnet
sobald sie uns sehen. „Jambo, Jambo“
werden wir überall begrüßt.
Überall in Kenia gibt es Kinder, die nicht
zur Schule gehen, vielfach keine Familie
haben, auf der Straße leben und um
Essen betteln. Kenia ist voller
Waisenkinder – Aids fordert hier einen
hohen Tribut.
Kinder in die Schule zu schicken ist in
diesem Land ein Luxus: Schulgeld, die
obligatorische Uniform, Schuhe,
Lernmaterialien, Mittagsgeld – das sind
Summen, die sich wenige leisten können.
So bleibt der Großteil der Kinder ohne
Schulbildung, ohne Aussicht auf
Verbesserung ihrer
Lebenssituation.
So vielen wie möglich
wollen wir eine Chance
geben:
Wir unterstützen Kinder,
die aus ärmlichsten
Verhältnissen kommen
und zum Großteil
Halbwaisen oder Waisen
sind. Sie besuchen eine von den zwei
Schulen, die wir in Mtwapa kennen gelernt
haben: Die Schule des Mtwapa Children
Centre und die Buschschule „Glee Needy“,
die von Conny Mannai aus
Mannheim/Deutschland geführt wird.
Diese Kinder gehen dort in die Schule,
bekommen Frühstück
und Mittagessen –
unvorstellbar einfach
nach unseren Maß -
stäben, jedoch sehr
ausgewogen und ein
echter Leckerbissen im
Vergleich zum Speisezettel
des Großteils der
Bevölkerung.
Auf einem Holzkohlenfeuer wird in einem
riesigen Topf Maisbrei gekocht, in einem
anderen das Gemüse, das gerade vorhanden
ist. Je ein Schöpflöffel davon kommt auf
einen Plastikteller und die Schüler essen im
Freien mit den Fingern. Oft wird auch noch
der Teller leergeschleckt. Am Nachmittag gibt
es ein Getränk.
Schulmaterial, Schuhe und die Uniform
werden bereitgestellt.
Für Vollwaisen bemühen wir uns, eine
Pflegefamilie zu finden und diese im Alltag zu
unterstützen.
Alle von uns betreuten Kinder werden
regelmäßig von Nancy, einer kenianischen
Sozialarbeiterin, die für uns arbeitet, besucht.
Sie bekommt so auch Informationen über die
häusliche Situation, in der die Kinder leben
und sie kann bei Bedarf Nahrungsmittel,
Kleidung, Schuhe oder Bettzeug
überbringen.
All diese Hilfe wird durch Patenschaften
finanziert.
WOLLEN SIE HELFEN?

Mit 20 Euro /Monat können Sie einem Kind Essen, Schulausbildung und eine liebevolle Betreuung ermöglichen.

Nähere Informationen bekommen Sie bei

John und Sonja Horsewood
Tobersbergerweg 8
A-4040 Linz
Tel. 0676 4553551
sonja.horsewood@liwest.at
oder
Christine Petermandl
Chris75@drei.at

Asante sana - vielen Dank - im Namen aller Kinder


Helfende Hände – Helping Hands
Mühlbachtal 12
A-4801 Traunkirchen


Zahlen und Fakten (Mai 2008)

° 309 Kinder, davon 157 Waisen
° 3 Kindergartenklassen,
° 3 Grundschulklassen
(je 2 Lehrer pro Klasse)
Kleinere Schülerzahlen aus Platzmangel
nicht möglich. Unterrichtet wird im
Gottesdienstraum, einer großen Hütte mit
Wellblechdach und Erdboden, und in
einem nahen Gebäude, wo auch gekocht
und gegessen wird.
° Eine 4. Grundschulklasse wird trotz
Platzmangels eröffnet.
Eine Vision für die Zukunft ist der Ankauf
eines Grundstücks und der Bau eines
Schulgebäudes um mehr Kinder versorgen
zu können. Viele weitere Pflegefamilien
werden gesucht, die Not der Straßenkinder
ist groß.
° Für 15 ältere Kinder an einer High School
wird Schulgeld bezahlt (120 Euro/Jahr)
° Verpflegungskosten (5 Tage/Woche) für
gut 300 Kinder:
35 Euro täglich – 700 Euro monatlich






HELFENDE HÄNDE –
HELPING HANDS

MTWAPA
CHILDREN
CENTRE