Montag, 26. April 2010

Bericht April 2010

April 2010
Liebe Paten und Freunde!

Diesmal gibt es wieder viele Neuigkeiten aus Kenia zu berichten. Es ist Zeit für den neuen Patenbrief mit Berichten über die Kinder.
Einige der Schüler haben selbst einen Brief geschrieben, andere haben ein Bild gemalt.
Im Februar und März hatten wir eine deutsche Studentin, Magdalena Riegsinger, als Praktikantin an der Schule. Sie unterrichtete die Kinder in Deutsch und vermittelte ihnen auf spielerische Weise die nötigen Grundbegriffe. Zum ersten Mal in ihrem Leben sahen die Kinder Wasserfarben und malten daraufhin mit Begeisterung ihre ersten Bilder.

Der Schulbetrieb war nach den langen Weihnachtsferien gut angelaufen, eine neue Klasse mit 44 Schülern konnte begonnen werden. Es gibt nun 5 Klassen mit insgesamt 162 Schülern, eine Kochhütte und ein Büro, das die Eltern im Jänner in Eigeninitiative gebaut haben. Etwa ein Viertel der Kinder hat einen Paten, ein anders Viertel kommt aus so armen Verhältnissen, dass keinerlei Beitrag für den Schulbesuch und das Essen geleistet werden kann, etwa die Hälfte der Schüler zahlt einen kleinen Unkostenbeitrag für das reichliche und gesunde Schul-Essen.

Bei unserem letzten Besuch im März nahmen wir Kontakt mit der Bezirksschulbehörde auf und bemühten uns um eine offizielle Registrierung der Schule, was in Kenia nicht ganz einfach ist, weil auch dort bestimmte Auflagen erfüllt werden müssen. Bei einem Inspektionsbesuch bekamen wir ein großes Lob ausgesprochen und einer baldigen Registrierung sollte nun nichts im Wege stehen.

Ein einziges Problem hat sich leider früher als erwartet ergeben: die Landvermessungen in Mtwapa sind nun abgeschlossen und die Eigentümer haben die Besitzurkunden ihre Landes erhalten. Viele dieser Leute wollen ihr Land nun verkaufen - darunter leider auch der Besitzer unseres Schulgrundstückes. Wir haben nun die Wahl entweder dieses oder ein anderes Grundstück zu kaufen. Obwohl wir einen Mietvertrag für 2 weitere Jahre haben, wird dieser hinfällig, sobald das Land verkauft wird.
Wir stehen nun vor der großen Aufgabe, möglichst schnell, die nicht unbeträchtlichen Mittel (im günstigsten Fall ca 40 000 Euro) für einen Landkauf aufzutreiben. Weiters haben wir zu entscheiden, ob wir auf dem bestehenden Grundstück verbleiben oder um ein geeigneteres Ausschau halten wollen. Die Verlegung der Schulklassen wäre kein großes Problem, denn die Eltern haben ihre Hilfe zugesagt und die Baracken könnten schnell übersiedelt werden. Längerfristig wird es nicht ausbleiben, die Klassenräume nach und nach in Ziegelbauweise zu errichten, denn die Baracken sind nur eine Übergangslösung. Die Holzplatten werden durch die Regenzeit sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Nun brauchen wir Ihre Hilfe!

Wir versuchen, unser Anliegen möglichst publik zu machen und viele Leute für das Schulprojekt zu interessieren – wir sind für jeden Euro dankbar, der an Spende für den Landkauf hereinkommt und freuen uns über jede neue Patenschaft.
Beigelegt sind Broschüren, die über unsere Arbeit Auskunft geben (in Österreich auch Erlagscheine, denn wir haben für den Landkauf ein extra Spendenkonto eingerichtet. In Deutschland können Spenden weiterhin über die steuerbegünstigte Evangeliumsmission eingezahlt werden. Dafür wird dann eine Spendenbestätigung ausgestellt).
Bitte geben Sie diese Information in Ihrem Familien – und Freundeskreis, in den Gemeinden, im Fitnessstudio, Sportclub etc weiter. Gerne schicken wir noch weitere Folder zu.
Einige Geschäfte, Firmen und Arztpraxen haben uns zugesagt, die Broschüren aufzulegen – Ihre Phantasie ist nun gefragt!
Bitte helfen auch Sie mit – damit die Zukunft für viele der Kinder Mtwapas gesichert ist.
Ohne unsere Hilfe würden viele wieder auf der Straße, in Kriminalität und Prostitution, landen. Viele würden täglich Hunger leiden.

Bitte helfen auch Sie, dass das gute Werk, das begonnen wurde, auch weitergeführt werden kann.
Eine Partnergruppe aus Albstadt in Deutschland, die jahrelang den Kindergarten, den der Bruder des Pastors nun für sich beansprucht, unterstützt hat, hat sich bereit erklärt, einen Kindergarten zu bauen, damit auch den Kleinsten wieder geholfen wird.
Es gibt Hilfsorganisationen in Mtwapa, die sich bemühen, gestrauchelte Teenager zu rehabilitieren – ein gutes Werk – doch wir können schon vorbeugend den Jüngeren helfen und ihnen viel Leid und schlechte Erfahrungen ersparen.

Wir haben auch unsere Internetseite – www.kenia-kinder – aktualisiert. Neue Informationen, Reise- und Erfahrungsberichte können auf www.helfendehaende.blogspot.com nachgelesen werden.

Weiterhin kommen 100% der Spendengelder nach Kenia – alle administrativen Kosten werden von uns privat getragen und in den letzten Wochen haben wir eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft aus unserem Freundes -und Bekanntenkreis erlebt. Die Hilfe bei der Medienarbeit, die Erstellung der Internetseite, das Drucken der Broschüren – das alles wurde uns gratis gegeben.

Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie Fragen oder gute Ideen haben. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!
Hier nochmals die Adresse:

Sonja Horsewood-Jemc
Tobersbergerweg 8
4040 Linz
kenia-kinder@liwest.at
0676 4553551


Vielen Dank für Ihre Hilfe, für Ihr Mittragen und Ihr Gebet!


Sonja und John Horsewood


Helfende Hände sich außerdem:

Ursula Bello, Birgit und Michaela Dobetsberger, Herbert Friedl, Bernd und Edith Friedmann, Ingrid Holub, Judith Kreutzer, Stefan Mayrdorfer, Christine Petermandl und Hans Tröstl.

Sonntag, 3. Januar 2010

Mtwapa Dez 09






Im September startete die neue Schule für das letzte Trimester dieses Schuljahres mit 4 Klassen in den neu gebauten Räumlichkeiten. Mit Anfang Dezember begannen die großen Ferien - über Weihnachten ist die heißeste Zeit des Jahres und traditionell werden während der Feiertage die Familien in den Heimatdörfern besucht.
Die erste Klasse (mit Lehrerin Dorothy) besuchten 34 Kinder, die zweite (mit Lehrerin Benta) 35.
In Klasse 3 (unter der Leitung von Direktor Kennedy) gingen 18 Schüler, in Klasse 4 (mit Lehrer Denis) 26.
2 Köche und ein Nachtwächter vervollständigen das Team. Nancy wurde zur Schulleiterin ernannt und erledigt nebenbei für uns noch ihre Arbeit als Sozialarbeiterin.
Mit Hilfe einiger Eltern wurde auf dem Schulgelände eine Kochhütte gebaut, die Kinder bekommen 2 Mahlzeiten täglich (Frühstück und ein spätes Mittagessen), die gesund, ausgewogen und reichlich für viele der Kinder das einzige Essen des Tages sind.
Auch an Samstagen wird für die Bedürftigen gekocht und eine Tagesbetreuung angeboten.
Ende Oktober kam es zu ganz ungewöhnlich starken Regenfällen und Orkanen, Wege wurden zu reißenden Flüssen und freie Flächen zu Seen. Leider wurde auch unsere Schule in Mitleidenschaft gezogen. Ein Baum fiel aufs Dach und Fundamente wurden teilweise unterspült. Die ärgsten Schäden wurden gleich behoben, einige Betonierarbeiten stehen aber noch an (der Weg an der Grundstücksgrenze, der direkt an die Klassenräume anschließt, wurde zu einem tiefen Bachbett) und müssen noch vor dem Beginn der Regenzeit Ende März durchgeführt werden.
Der Schulschluss wurde mit einem großen Fest gefeiert, die Klassenbesten erhielten Geschenke und alle Kinder Süßigkeiten. John war im November 3 Wochen vor Ort und konnte mitfeiern.
Die staatlichen Prüfungen zu Schulende, die für ganz Kenia gleich sind, brachten überdurchschnittliche Ergebnisse. Unsere Schule gehört zu den besten im ganzen Bezirk und kann sich mit den teuren Privatschulen messen. Wir hoffen, dass das einigen Eltern, die sich Schulgebühren leisten können, den Anreiz gibt, ihre Kinder in unsere Schule zu schicken, damit wir den armen Kindern besser helfen und den Lehrern ein faires Gehalt zahlen können. Obwohl wir sie relativ gut entlohnen (70 Euro pro Monat), reicht es doch von vorne bis hinten nicht aus. Die Hälfte ihres Verdienstes wird meist für Miete ausgegeben, ein Kilo Mehl oder Zucker kosten ca 1 Euro, 250 ml Milch 45 cents, 1 kg Bohnen oder Linsen 80 cents, Fleisch ist nicht erschwinglich ... es ist erstaunlich, wie diese Leute überleben, Schulgebühren für ihre eigenen Kinder zahlen und, so wie unsere Lehrer, voller Würde und sauber gekleidet, fröhlich nach einem langen Fußmarsch zur Arbeit erscheinen.
Unsere Lehrer sind stark motiviert, mögen ihre Arbeit und kümmern sich liebevoll um die Kinder. Sie sind froh, eine so gute und sichere Arbeitsstelle zu haben. Die ganze Atmosphäre an der Schule ist entspannt und fröhlich. Alle fühlen sich wohl.
Auch einige muslimische Kinder besuchen den Unterricht, sie bekommen islamischen Religionsunterricht, nehmen aber auch an den christlichen Aktivitäten teil. Es ist ein ungewöhnlicher Anblick, wenn muslimische Mädchen mit Kopfbedeckung die weltweit üblichen christlichen Kinderlieder wie „Gottes Liebe ist so wunderbar“ oder „Wer ist der König des Dschungels... J-E-S-U-S“ singen.
Wir sind sehr dankbar für das Zeugnis, das den Kindern auf diese Weise näher gebracht wird und vertrauen darauf, dass der heute gesäte Same eines Tages auch Früchte bringen wird.
Ab 7. Jänner beginnt das neue Schuljahr und es wird eine 5. Klasse geben. Das Klassenzimmer dafür wurde ja schon im August gebaut, in der Zwischenzeit wurde es als Büro benützt. Die Zahlen bei der Anmeldung für die neue erste Klasse sind sehr hoch und wir hoffen, alle Kinder unterbringen zu können. Eine neue Lehrerin, namens Faith, wurde auch schon gefunden und sie hat eine gute Ausbildung zur Volksschullehrerin erhalten. Gemeinsam mit dem Lehrer Denis wird sie sich den Unterricht in der 4. und 5. Klasse teilen. Laut kenianischem Lehrplan muss es ab der 4. Klasse eine Rotation der Lehrer geben, die sich auf gewisse Fächer spezialisieren und so einen qualifizierteren Unterricht bieten können.
Einstweilen sehen wir von einer weiteren Bautätigkeit ab und warten, was die nächsten Monate bringen. Ganz Mtwapa wird gerade vermessen und die örtlichen Politiker planen eine Neugestaltung. Grundstücksgrenzen werden z.T. neu gezogen und es gibt viele Gerüchte über Grundstücksverkäufe. Sollte auch unser Mietgrundstück von einer dieser Maßnahmen betroffen sein, so können die Räumlichkeiten leicht mit Hilfe der Eltern an eine neue Stelle übersiedelt werden. Ein großer Wunsch wäre natürlich der Erwerb eines eigenen Grundstückes, doch leider ist das auch in Kenia nicht billig. Ein entsprechendes Areal, ohne viel Möglichkeit zum Spielen, kommt auf ca 25 000 Euro.
Leider gibt es vom Kindergarten, der von einer Gruppe aus Deutschland unterstützt wurde, keine guten Neuigkeiten.
George, ein Bruder des verstorbenen Pastors, hat diesen jetzt als sein Erbe erklärt und führt ihn neu als „business“. Damit sind die Sponsoren aus Deutschland natürlich nicht einverstanden und sie sind nicht bereit, die Kosten weiterhin zu tragen, während er die hart eingeforderten Schulgebühren in seine eigene Tasche steckt. Einstweilen zahlen wir für die wenigen Kinder, die noch den Kindergarten besuchen, die Gebühren, doch es bestehen Überlegungen, ob nicht ein neuer Kindergarten begonnen werden könnte. Natürlich ist auch das eine Frage der Finanzierung, denn sowohl Bau als auch Miete kosten neben den monatlichen Betriebskosten viel Geld.

Nach fast 2 Jahren aktiver Arbeit in Kenia lernen wir langsam, alles ein bisschen wie die Einheimischen zu sehen, manchmal auf das Morgen zu warten, denn dann haben sich in Afrika viele Probleme von allein gelöst. Oft ist das nicht ganz einfach, denn wir Europäer haben unsere Jahrespläne zu Beginn des Jahres fertig, doch Afrika ist anders. Wir versuchen, allen unseren Mitarbeitern näherzubringen, wie wir als verantwortungsvolle Verwalter zu arbeiten haben, und nehmen uns aber andererseits ein Beispiel an ihrem Gottvertrauen und ihrer Gewissheit, dass „der morgige Tag für das Seine sorgen wird“(Mt 6,34)

So gehen wir auch im neuen Jahr voller Zuversicht an unsere Arbeit in Kenia und vertrauen auf die Verheißung: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen“

Allen unseren Paten und Unterstützern danken wir auf diesem Weg recht herzlich und wünschen Gottes Segen im Jahr 2010!

Sonja und John Horsewood

Patenbericht Herbst 09

Liebe Paten und Freunde von Helfende Hände!

Jesus in Lk 4,18. „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkünden das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen und den Blinden, dass sie sehen sollen und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn“.

Die Armen werden froh, die Gefangenen frei von Sünde und allerlei Süchten, die Blinden werden gläubig, die in Unglauben, Aberglauben und Gesetzlichkeit lebten, die Zerschlagenen werden aufgerichtet, die gedemütigt, missbraucht und geschlagen wurden.
Jesus ist nicht nur zur Vergebung unserer Sünden gekommen und ans Kreuz gegangen, sondern das Evangelium ist die frohe Botschaft der Heilung und Wiederherstellung unseres Lebens, des Geistes, der Seele und des Körpers.
Das jüdische und christliche Menschenbild ist ganzheitlich und betrifft unser ganzes Leben, unseren Verstand, unsere Emotionen und unseren Leib.
Diese Bibelstelle ist die Zusammenfassung der frohen Botschaft Jesu und steht an erster Stelle seiner Verkündigung.
Jesu Priorität ist, dass wir ganz heil werden. Er liebt die Menschen und möchte, dass sie ganz Mensch werden.
Er vergleicht wie der Psalmist den Menschen mit einem Baum. Nur ein gesunder Baum kann gute Früchte bringen. Die geknickte Pflanze bricht er nicht, sondern heilt und stützt sie, gibt Humus oder Kompost dazu und wartet geduldig auf die gute Frucht.
Außerdem nimmt er auch das Bild des guten Hirten aus Psalm 23 auf, der das verlorene Schaf aus den Dornen holt, es verbindet und tröstet, ihm frisches Wasser gibt und zu guten Weiden führt, es beim Namen nennt und streichelt und zur Herde bringt.
Das Evangelium beginnt nicht mit dem Opfertod, nicht mit dem Martyrium, nicht mit Fasten und Enthaltsamkeit, nicht mit dem Gesetz, sondern mit der Gnade, mit der Annahme und Heilung.
Das Lamm wird nicht gleich geopfert, nein es darf leben, ein überfließendes glückliches Leben.

Dieses heilsame Leben dürfen die Waisenkinder von Elbasan im Heim der Hoffnung, die Armen in Albanien, die vom „Brot des Lebens“ gespeist werden und die verlassenen Kinder von Mtwapa in Kenia erfahren.
Wir dürfen trotz der Wirtschaftskrise erleben, dass die Freunde, Mitglieder und Paten von Helfende Hände reichlich geben und die Arbeit im Reich Gottes schätzend finanziell und geistlich unterstützen. Hier möchten wir dankend bestätigen, dass 100 % Ihrer Gaben den bedürftigen Kindern zugute kommen. Wir „Helfende Hände“ arbeiten nicht nur ehrenamtlich, sondern decken Reisekosten, Versandkosten, Bürokosten und Bankspesen selbst und mithilfe von Spenden für Organisatorisches ab.
Ein innovatives sponsoring für die neue Schule in Mtwapa leistete John Horsewood: Er erarbeitete bei der Renovierung unseres Hauses ca. 4000 Euro!

Wir danken herzlich für Ihr Mittragen und wünschen frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr!
Bernd und Edith Friedmann

Samstag, 22. August 2009

Reisebericht August 09

Keniarundbrief Juli/August 2009



Nach 4 langen und erlebnisreichen Wochen sind wir wieder zurück aus Kenia.Wie bei allen unseren Reisen in dieses Land passierte viel Unvorhergesehenes und sehr wenig verlief so, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Eigentlich wollten wir hauptsächlich die Patenkinder und ihre Familien besuchen, einigen Frauen helfen, ein kleines Gewerbe zu beginnen und schlussendlich hatten wir uns vorgenommen, mindestens 2 Wochen als richtige Ferien mit Baden und Ausflügen zu verbringen.
Wir endeten mit 3 Tagen „Urlaub“ und dem Bau einer Schule....

Seit der letzten Aussendung ist Pastor Dickson Okoth verstorben. Er wurde im Mai in seinem Heimatdorf Ndisi begraben. Die Schule steckte in vielen Problemen, weil sie seit Monaten ohne richtige Führung gewesen war. Die finanzielle Situation schaute sehr düster aus, auch die Raumsituation der Grundschüler. Die beiden angemieteten Räume für die erste und zweite Klasse waren sehr teuer (150 Euro monatlich), die dritte und vierte Klasse wurden in dem einen Gottesdienstraum unterrichtet, was bei der großen Anzahl der Kinder und steigendem Alter recht problematisch wurde. Auch war der 3-Jahresvertrag mit der Gemeinde abgelaufen und es war vereinbart worden, auch dort Miete zu zahlen. Im Jänner sollte eine 5. Klasse starten... die Frage war „Wohin mit den Kindern?“ und „Wer soll die (hohen) Mieten und die Lehrer bezahlen?“
Trotz großer Bemühungen konnten keine geeigneten Miet-Klassenräume gefunden werden, weder für billiges noch teures Geld, weder in der Nähe der Vorschule noch weit davon entfernt.
Was tun?
Wir hatten Treffen mit den Eltern der meisten Schüler, die sehr besorgt zur Elternversammlung an einem Samstag kamen, weil sie um die Zukunft der Schule und so ihrer Kinder fürchteten. Wir besprachen uns mit den Lehrern, die Angst um ihre Arbeitsstelle hatten.
Alle flehten uns an, etwas zu tun.
Die Situation im Kindergarten/Vorschule ist auch schwierig, doch gibt es dort wenigstens kein Raumproblem. Eine Gruppe von Deutschen, die vor einigen Jahren den Schulbau unterstützt hatte, erklärte sich bereit, die Gehälter der Vorschul-Lehrer zu bezahlen und so den Schulbetrieb wenigstens dort weiter zu garantieren. Heinz Mäurer, ein seit langem in Kenia lebender Deutscher, hatte es für sie übernommen, den Posten des „Schatzmeisters“ zu spielen. Wir hatten viele Treffen mit Heinz und Nancy, unserer Sozialarbeiterin.
Schließlich sahen wir nur einen Weg vorwärts: eine Schule zu bauen. Oder auch einen Weg rückwärts: nur die bestehenden Patenkinder beim Schulbesuch an einer anderen Schule zu unterstützen und die Schule selbst ihrem Schicksal zu überlassen, d.h. spätestens mit Jahresende schließen zu lassen. Doch all die anderen Schüler würden auf der Straße enden.....
Wir besahen nochmals das Grundstück, das uns Pastor Okoth im Jänner gezeigt und auf dem er die neue Schule geplant hatte. Durch Nancys geschickte Verhandlungen konnte der Mietpreis von 100 auf 60 Euro monatlich gedrückt werden, wir suchten verschiedene Handwerker auf und ließen Kostenvoranschläge erstellen, wir überlegten und beteten und überlegten... und entschieden uns schließlich für den Schulbau.
5 Klassenräume sind am Entstehen (Stand 12.8.: fast fertig) – jeweils ca. 40 m² groß, mit Wellblechdach und Holzwänden, und am 7. September wird der Schulbetrieb nach den Ferien dort aufgenommen. Im Jänner folgt dann die 5. Klasse (neues Schuljahr). Es ist Platz für 3 weitere Klassen – in Kenia endet die Grundschule nach 8 Jahren – und für ein Kochhaus. Bis Jahresende werden die Kinder jedoch weiterhin zentral von der Vorschule aus versorgt und das Essen (Porridge zum Frühstück und ein Mittagessen) wird in großen Töpfen in einem Schubkarren an die Grundschule gebracht werden. Platz zum Spielen ist auch vorhanden.
Mit dem Bau einer Toilettanlage wird diese Woche begonnen, das Eingangstor und eine Nebentüre sind bestellt, die Schulbänke in Auftrag gegeben. Die Lehrer werden die Klassenräume Anfang September herrichten und schmücken.
Durch großzügige Spenden mehrerer Paten und Freunde ist dieses Projekt möglich gemacht worden, doch es fehlt uns immer noch einiges an Mitteln, um alles zu vollenden. Der Zaun und die Klassenräume sind bezahlt, doch Finanzen für die Toiletten und die Waschanlage(ca 1000 Euro), die Tore (370 Euro), die Schuleinrichtung (30 Bänke zu je 15 Euro, 5 Kästen zu je 50 Euro, 6 Tische zu je 20 Euro und etliche Stühle zu je 12 Euro), Teller, Löffel etc. müssen noch gefunden werden.
Wir sind für jeden Beitrag dankbar und vertrauen darauf, dass mit Gottes – und auch Ihrer - Hilfe das begonnene gute Werk auch vollendet werden kann.
Die Gehälter der Lehrer können mit Patengeldern bezahlt werden, ebenso die Miete und die Wasserkosten. Wir hoffen, dass die Kosten für ein sehr einfaches Schulessen durch ein kleines Schulgeld jener Schüler bezahlt werden können, deren Eltern nicht ganz so arm sind (auch solche sind vorhanden). Wir suchen auch noch Paten für viele weitere Kinder, deren traurige Hintergründe wir bei unserem Besuch kennen gelernt haben. So hoffen wir mit kleinen Schritten die Qualität des Unterrichts (Schulbücher..) und auch des Essens zu verbessern (z.B. durch die Möglichkeit einer „Fruchtpatenschaft“: 25 bis 30 Euro pro Monat genügen um allen 120 Grundschülern 1 mal wöchentlich ein Stück Obst zu geben).
Bitte helfen Sie uns auch weiterhin bei unseren nächsten Schritten! Die Vision für die Zukunft ist noch größer: In Kenia sind Schuluniformen vorgeschrieben – vielleicht können wir eine Mutter finden, die gut nähen kann – das würde die Uniformen viel billiger machen und einer Frau Arbeit, Hoffnung und ein wenig Geld für Nahrung und Miete geben. Nahrungsmittel könnten im Großhandel billig eingekauft und an die Eltern der Schüler zu einem sehr günstigen Preis abgegeben werden....es gibt so viele Möglichkeiten!
4 Frauen, die Eigeninitiative gezeigt haben, konnten wir schon mit „Mikrokrediten“ helfen – sie haben sich ein kleines Gewerbe aufgebaut (Früchte, Fisch, Gemüse oder Selbstgebackenes verkaufen) und werden im Lauf der nächsten Monate den Kredit in kleinen Raten zurückzahlen - das Geld kann dann an weitere Frauen vergeben werden. Diese Mütter von Kindern an der Schule müssen nun nicht mehr hungern, sondern können ihren Kindern ein Dach über dem Kopf bieten, ebenso Nahrung und Kleidung.
Von der anderen Schule, an der wir einige Kinder unterstützen, gibt es nur Gutes zu berichten. Wir verbrachten einige Tage mit Cornelia Mannai, besuchten Familien weitab im Busch und belieferten sie mit Lebensmitteln, wir hatten eine gute Zeit an der Schule und feierten auch den Schulschluss mit den Kindern, die eine gelungene Tanz-und Gesangsdarbietung einstudiert hatten. So wie überall ist auch dort das Budget knapp, doch durch Connys Engagement und persönliche Opfer werden die Kinder gut versorgt.

Zum Glück fanden wir alle Kinder wohlauf vor, abgesehen von den alltäglichen Krankheiten Afrikas, wie Malaria, Durchfall oder auch Husten, von dem so viele geplagt werden. Ein Mädchen braucht ev. eine kleine Operation um ein Problem zu beheben. Alle Patenkinder bekamen zumindest eine doppelte Ausstattung an Wäsche (T-Shirts, Hosen, Röcke, Kleider, Unterwäsche, Socken....), zu Schulbeginn gibt es für einige neue Schuhe und auch Bücher.
Wir besuchten auch etliche Schüler an höheren Schulen, die von Paten unterstützt werden, was in einem Fall zu einem besonderen Erlebnis ausartete. Wir nahmen ein Matatu (etwas Ähnliches wie ein „Bus-Taxi“, in dem auf 14 Sitzplätzen mindesten 20 Leute zusammengepfercht transportiert werden) und wurden von diesem, statt wie vereinbart vor der Schule, im Busch und 6 km von dieser entfernt ausgesetzt. Leider hatten wir weder Wanderschuhe noch Wasserflaschen im Gepäck....jeder Kenia-Aufenthalt bringt für uns ein neues Abenteuer (oder auch mehrere)!
Einige der Kinder schrieben Briefe an ihre Paten, andere lassen schön grüßen und viele Familien haben uns ihren Dank für die Hilfe ausgedrückt. Diesen möchten wir auf diesem Weg weiterleiten. Beim Besuch von etlichen Familien, die wir schon im Jänner besucht hatten, fiel uns auf, was uns die Leute vorab schon erzählt hatten: es gibt nun Hoffnung bei so vielen, die Gewissheit, dass die Kinder die Schule besuchen können, ein Essen erhalten und, wie schon erwähnt, haben etliche Frauen eine Möglichkeit gefunden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Ein herzliches Dankeschön an Sie alle, die Sie das ermöglicht haben! Und bitte helfen Sie auch weiterhin!
Fotos von den Patenkindern liegen dieser Aussendung bei, gerne schicken wir auch Fotos von Familien, der Schule etc. per email zu (bitte bestellen bei: sonja.horsewood@liwest.at)

Ganz liebe Grüße und Gottes Segen,

John und Sonja Horsewood – Helfende Hände/Helping Hands